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Der Sinn von alldem - Witziges und Aberwitziges Miguel de Torres

Der Sinn von alldem - Witziges und Aberwitziges

Miguel de Torres

Published
ISBN :
Kindle Edition
83 pages
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 About the Book 

Die erste Kurzgeschichtensammlung von Miguel de Torres (Vampir Gothic, Star Gate - das Original, Abdullah u. a.) enthält sieben kurze und längere Storys, davon fünf Erstveröffentlichungen - meist humoristisch, aber stets spannend und originell.MoreDie erste Kurzgeschichtensammlung von Miguel de Torres (Vampir Gothic, Star Gate - das Original, Abdullah u. a.) enthält sieben kurze und längere Storys, davon fünf Erstveröffentlichungen - meist humoristisch, aber stets spannend und originell.WARNUNG: Nicht geeignet für Leute, die Wert legen auf politische Korrektheit!Der Sinn von alldem: Stellen Sie sich vor, Sie seien der letzte Mensch auf der Erde! Eine beängstigende Vision? Das muss sie nicht sein, denn dieser Zustand hätte auch unschätzbare Vorteile ... Aber was ist der Sinn von alldem?Überdruck: Was geschah irgendwann nach dem Jahr 2012, das der Dampfmaschine zu einer ungeahnten Renaissance verhalf und das Leben der Bundesbürger nachhaltig veränderte?Alles ist gut: Machen Sie sich bloß keine Sorgen - alles wird gut! Die Regierung nimmt das für Sie in die Hand ...Der allererste Wettbewerb: Lesen Sie den ebenso spannenden wie verblüffenden Hintergrund des ersten Story-Wettbewerbs der Literaturgeschichte.Staatsfeind Nummer eins: Glauben Sie immer noch, das wären die Terroristen? Weit gefehlt! SIE sind es!Die Würde des Menschen: Verbotene Bücher hat es gegeben, seit es die schwarze Kunst gibt - auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts gibt es sie, was viele nicht zu wissen scheinen. Und es steht zu erwarten, dass es in Zukunft noch viel mehr davon geben wird ... (Zweiter Platz beim Marburg-Award 2007.)Finsternis: Die Heere der Finsternis und des Lichts treffen aufeinander - und ein Mensch muss eine furchtbare Entscheidung treffen ... (Dark Fantasy)Auszug aus Der Sinn von alldem:Es war am 1. Juni frühmorgens gegen halb zwölf, als ich die erste Leiche entdeckte. Ich weiß das deshalb noch so genau, weil sich an diesem Tag - wie zu meinem großen Leidwesen an jedem Ersten - ein ganz spezifisches Problem für mich stellte, nämlich das der Knete für die Miete für mein Wohnklo. Señor de Villarobo, Hausbesitzer, professioneller Gierschlund und Erzschurke, pflegte sorgsam darauf zu achten, dass der Mietzins pünktlichst entrichtet wurde. Natürlich in bar, denn so rücksichtslos Villarobo auch gegen seine Mietsklaven war, so rücksichtsvoll benahm er sich gegenüber der Obrigkeit. Niemals im Leben wäre es ihm eingefallen, diese mit der Darlegung seiner Einkommensverhältnisse zu belästigen, mit einer langatmigen Auflistung seiner Aktiva und Passiva. Nein, so ein Mensch war Villarobo nicht.An besagtem Morgen also machte ich mich, wie stets um diese Zeit mit einem vom Vorabend noch etwas schweren Kopf, auf den Weg zum Geldautomaten um die Ecke. Wenn er sich meist auch geizig und verschlossen zeigte, so spuckte er doch in seltenen Fällen widerwillig einige Scheine aus, die dann unverzüglich in die gierigen Klauen von Villarobo wanderten.Oder in diejenigen meines Sherryhändlers.Doch an jenem Morgen kam ich nicht weiter als bis zum Hausflur, denn dort lag ein Toter. Dass es sich um einen solchen handelte, erschien mir ziemlich eindeutig, denn er lag in einer verkrampften Haltung auf dem harten Steinboden, die Augen weit aufgerissen und aus den Höhlen gequollen- Gesicht und Hände ebenfalls aufgequollen und mit kleinen, tiefroten Pusteln übersät. Trotzdem war er noch gut zu erkennen - es war, welch glücklicher Zufall, Señor de Villarobo, die Hände noch im Tode um etwas gekrampft, das unschwer als Brieftasche zu erkennen war.Gierig bis ins Grab.